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Vertreter der SPD-Landtagsfraktion NRW besuchen ArcelorMittal Bottrop

Landtagsabgeordnete der SPD aus dem Ruhrgebiet besuchten am Freitag die Kokerei ArcelorMittal Bottrop. Die Delegation um den örtlichen Landtagsabgeordneten Thomas Göddertz (SPD) und seinen Gladbecker Kollegen, den stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Michael Hübner, diskutierten mit dem Unternehmen über die Perspektiven für den Industriestandort Ruhrgebiet und die Frage, wie Unternehmen in der Bevölkerung für Akzeptanz werben können. Das Unternehmen geriet 2018 durch Sanierungsmaßnahmen am Löschturm und Staubabwehungen an den Mischbetten in Zusammenhang mit der außergewöhnlichen Wind- und Wetterlage in die Kritik.

„Das Ruhrgebiet hat sich zu einer tollen Wissensregion gewandelt. Die noch immer von hoher Arbeitslosigkeit und sozialen Verwerfungen geprägte Region rettet man aber nicht nur mit neuen Arbeitsplätzen für Akademiker. Deshalb ist es uns wichtig, auch die Weichen für einen zukunftsfähigen Industriestandort an Rhein und Emscher zu stellen. Die Kokerei ArcelorMittal in Bottrop ist ein Symbol dafür, wie aus der Tradition unserer Region auch Zukunft gestaltet werden kann“, erklärt Hübner am Rande des Besuchs. Beim Besuch erhielten die Ruhrgebiets-Politiker einen Einblick in den Prozess der Verkokung von Steinkohle und wurden über die Emission von Staub und diffuse Emissionen, die im Zuge des Produktionsprozesses entstehen, umfassend informiert. Weiterhin war auch der geplante Bau eines Kokereigaskraftwerkes zur Sicherstellung des Gasabsatzes ein Schwerpunkthema.

Im Nachgang zur Begehung der Anlage forderten die Abgeordneten eine Diskussion zum Thema „Akzeptanz für den Industriestandort Ruhrgebiet“ ein. Thematisiert wurde hier insbesondere die Situation der Anwohner in unmittelbarer Umgebung der Kokerei. „Wir wissen, dass große Industrieanlagen heute viel um Akzeptanz bei den Anwohnern kämpfen müssen. Arcelor hat uns heute gezeigt, dass es viel Arbeit in einen guten Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern steckt. Industrie muss den Anwohner erklären, was hinter den Werkstoren vor sich geht und gerade auch für kritische Bürger Frage und Antwort stehen“, erklärt Hübner. Der Geschäftsführer der Bottroper Kokerei, Jörn Pufpaff, stellte bisherige und geplante Maßnahmen dar und machte deutlich, dass viel für einen konstruktiven Dialog mit den Nachbarn getan werde. So wurden neben technischen Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen auch die Einrichtung eines Beschwerdemanagements und die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit zur Erhöhung der Transparenz in der Nachbarschaft vorgestellt.

„Der Grenzwert wurde trotz Löschturmsanierung und Abwehungen von Staub an den Mischbetten eingehalten. Wichtig ist zu verstehen, dass die Kokerei nur einen Anteil an den als störend empfundenen Emissionen hat. Wir haben einen Katalog erarbeitet, der freiwillige Leistungen im Falle einer nachweisbaren Immission durch die Kokerei regelt. Natürlich können wir aber nur für die Emissionen, die auch wirklich aus der Kokerei kommen, Verantwortung übernehmen. Auf das, was die übrigen Unternehmen in der Umgebung emittieren, haben wir keinen Einfluss“, so Jörn Pufpaff.

ArcelorMittal Bottrop wird die Anwohner im Rahmen einer Informationsveranstaltung Ende Februar über Organisation des Beschwerdemanagements, Regularien und Höhe der freiwilligen Zahlungen informieren. Thomas Göddertz erklärte, dass sowohl die Beschwerden der Anwohner als auch die Reaktion und Maßnahmen durch die Kokerei ernst genommen werden müssen. „Wir können uns natürlich erst eine Meinung bilden, wenn wir alle Beteiligten angehört haben. Wir unterstützen den konstruktiven Dialog zwischen Kokerei und Anwohnern und sehen uns als Vermittler. ArcelorMittal Bottrop muss das Verbesserungspotential ausschöpfen und Maßnahmen planen.“